Freitag, 24. November 2017
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Stadt und Landkreis wachsen weiter zusammen


Bericht aus der Landshuter Zeitung, von Horst Müller, vom 29. Juli 2014: Regionalmanagement: Söder übergibt Förderbescheid - 250 000 Euro Anschubfinanzierung

Symbolbild Presseartikel

Wenn der bayerische "Königsminister" in einer der schönsten Liegenschaften des Freistaats Hof hält und ihm Stadt und Landkreis Landshut buchstäblich zu Füßen liegen, weil er großzügig Gelder unters Volk bringt, dann ist das nicht nur eine Insszenierung, die so ganz nach dem Geschmack von Staatsminister Dr. Markus Söder ist, sondern auch ein Auftritt, der dem Anlass angemessen ist. Denn mit dem Regionalmanagement, das Anfang August gestartet und vom Freistaat mit einer Anschubfinanzierung von knapp 250 000 Euro unterstützt wird, verbinden nicht nur Landrat Peter Dreier und Oberbürgermeister Hans Rampf große Hoffnungen. Auch Bayerns Finanzminister ist sich sicher: "Stadt und Landkreis wachsen durch das Regionalmanagement in strategischer Weise weiter zusammen."

Das zunächst auf eine Laufzeit von drei Jahren ausgerichtete Regionalmanagement von Stadt und Landkreis Landshut ist das 50. Projekt seiner Art in Bayern, dem der Freistaat mit einer staatlichen Anschubhilfe auf die Sprünge hilft. "Wir wollen die Stärken der Region weiter bekräftigen. Damit unterstützen wir den ländlichen Raum und nutzen die dort vorhandene Potenziale noch gezielter", betonte Finanzminister Dr. Markus Söder am Montagnachmittag auf dem Söller der Burg Trausnitz, als er in Gegenwart von Stimmkreisabgeordnetem Helmut Radlmeier und Regierungspräsidenten Heinz Grunwald den Förderbescheid in Höhe von 247 312 Euro an Landrat Peter Dreier und Oberbürgermeister Hans Rampf überreichte.

Netzwerke aufbauen
"Mit dem Start eines Regionalmanagements in Stadt und Landkreis Landshut werden dei Weichen gestellt, um die Herausforderungen des demografischen Wandels anzugehen und in wichtigen Zukunftsthemen, wie Bildung, Fachkräfte und Energie, gemeinsame Strategien zu entwickeln", hob Söder hervor. Das Regionalmanagement Landshut wolle "regionale Netzwerke aufbauen und gemeinsame Projekte und Prozesse anstoßen".
Ausdrücklich rief Slder dazu auf, mit dem "sehr gut und flexibel einzusetzenden Betrag" aus dem Staatssäckel möglichst viele Anknüfungspunkte zwischen Stadt und Landkreis zu finden und zu verbinden. Denn unterm Strich solle nach Ablauf des dreijährigen Förderzeitraums nicht nur ein Faltblatt mit den Konterfeis von Oberbürgermeister, Landrar und Landtagsabgeordnetem herauskommen, so Söder. Vielmehr komme es darauf an, die eigenen Stärken und Initiativen darzustellen und das wirtschaftliche, kulturelle und ökologische Potenzial der Region herauszustellen. Das Projekt sollte seinen Worten zufolge von der Devise getragen werden: "Kommt zu uns, da lässt es sich gut leben,"
In Bayern werden aktuell 35 Regionalmanagements-Initiativen mit jährlich rund 1,5 Millionen Euro gefördert. Das Regionalmanagement sei nahezu flächendeckend eingerichtet und umfasse mittlerweile 75 Prozent der Fläche Bayerns, betonte Söder: "Viele innovative Projekte und maßgeschneiderte Lösungen machen die Regionen in Bayern fit für die Zukunft. Die Förderung gleichwertiger Lebensbedingungen in ganz Bayern ist oberstes Zel der Bayerischen Staatsregierung und hat Verfassungsrang." In diesem Zusammenhang kündigte Söder an, dass sein Heimatministerium, das überhaupt "nichts mi Folklore zu tun" habe, mit dem "Heimatplan" und der "Offensive Bayern Regional" das bereits Erreichte weiter ausbauen wolle. Weitere Element der "Heimatstrategie" der Staatsreierung seien die Weiterentwicklung und Umschichtung des kommunalen Finanzausgleichs, die Dezentralisierung der Hochschullandschaft, Behördenverlagerungen sowie der Breitbandausbau. 

Für die Zukunft aufstellen
Als "super Sache" und "genau die richtige Investition" lobte Oberbürgermeister Hans Rampf die staatliche Anschubfinanzierung für das Landshuter Regionalmanagement. Nachdem man schon seit vielen Jahren an diesem Projekt arbeite, komme es nunmehr darauf an, dass die Aktionen und Aktivitäten "aus professioneller Hand gesteuert" werden, denn den vielen Veränderungen im ländlichen Raum und in "kleineren Städten" wie Landshut könne man nur mit einer starken Vernetzung begegnen. Zudem hätten sich Stadt und Landkreis als Zuzugsregion mit ganz anderen Herausforderungen als weite Teile Bayerns auseinanderzustetzen. Binnenverkehr und Breitbandausbau seien neben Bildung, Energie und Tourismus weitere Themen für das Regionalmanagement, 
"Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt für das Regionalmanagement in unserer Region", konstatierte Landrat Peter Dreier, der von seinem Kompagnon Hans Rampf zuvor als "Visionär, der in die Zukunft denkt" tituliert wurde. Denn obwohl es hierzulande allen gutgehe und "eigentlich Vollbeschäftigung" herrsche, wäre es in den Augen Dreiers völlig verkehrt, wenn man sich deshalb bequem zurücklegen und einreden würde, dass diesbezüglich nichts mehr unternommen werden müsse. Genau das Gegenteil sei der Fall: "Wir wollen uns jetzt aufstellen und für die Zukunft rüsten", erläuterte Dreier. In diesem Zusammenhang müssten die Auswirkungen der "Speckgürtelachse" A92 ebenso wie das Nord-Süd-Gefälle im Landkreis ausgearbeitet werden. Geplant sei auch eine intensive Einbindung der Hochschule Landshut. Nicht zuletzt kommt es dem Landrat darauf an, Grenzen zu überwinden und gemeinsam in eine hoffentlich starke Zukunft zu starten: "Denn wir sind nicht nur die Stadt und der Landkreis, sondern wir sind die Region Landshut."